Stellungnahme des Forstamts zu dem Problem mit Jungfüchsen

Da uns in den letzten Wochen viele Anrufe besorgter Eltern erreichten, hier eine Stellungnahme des Forstamts:

 

Probleme mit Jungfüchsen in der Nähe von Wohngebieten bzw. Schulgelände

 

In  letzter  Zeit häufen sich die Fälle, dass sich Füchse in der Nähe oder sogar auf den Grundstücken innerhalb von Wohngebieten aufhalten. Gleiches gilt für in der Peripherie der Kommunen liegende Schulgelände, was zunehmend zur Besorgnis der Anwohner oder Eltern führt.

 

Die Ursache dieses Verhaltens ist nicht mit einer Erkrankung – z.B. Tollwut – der Füchse zu begründen. Seit mehreren Jahren ist eine sehr hohe Mäusepopulation im Wald und in der Flur zu beobachten. Auf dieses Überangebot an Nahrung reagieren Beutegreifer, wie z.B. Fuchs und Eule, durch erhöhte Reproduktion und eine Vielzahl von Nachkommen. Da Füchse sehr territorial leben, werden die Jungfüchse ab einem gewissen Alter von den Altfüchsen aus ihrem Revier vertrieben. Diese Jungfüchse haben zwischenzeitlich die Größe ihrer Elterntiere erreicht sind aber im Jagdverhalten noch nicht so geübt, dass sie ohne Probleme ihren Hunger stillen können. So zieht es sie auf Grund der verlockenden Düfte – hervorgerufen durch Komposthaufen, Katzenfutter auf Terrassen für „Freigänger“ oder weggeworfene Pausenbrote – in die Nähe menschlicher Behausung. Die Fluchtdistanz dieser Füchse kann durchaus nur wenige Meter betragen, da sie noch keine negativen Erfahrungen mit dem Menschen gemacht haben und Futter in seiner Nähe finden. Eine echte Gefahr geht nicht von Ihnen aus. Dies kann sich ändern, wenn sie durch den Menschen gezielt gefüttert werden. Dadurch können sie ihre Angst vollständig verlieren und aggressiv reagieren, sollte das gewohnte Futter ausbleiben.

 

Aus diesem Grund rät das Forstamt Boppard, die Füchse auf keinen Fall zu füttern und den Zugang zu anderen Nahrungsquellen – Kompost oder Futter für Heimtiere – dem Fuchs zu verwehren. Die Jungfüchse werden dann in relativ kurzer Zeit natürliche Nahrungsquellen erschließen und in Feld und Wald zurückkehren.

 

Das Forstamt Boppard

 

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