Ökologie

                                       

 

Ökologischer Schwerpunkt                         
 
In Rio de Janeiro verabschiedeten 1992 178 Staaten der Erde die „Agenda 21“. Das Aktionsprogramm soll insbesondere auf lokaler und regionaler Ebene Initiativen für eine nachhaltige Umweltpolitik anregen. Schon damals wurde festgestellt, dass nachhaltige Formen des Umgangs mit der Natur und des Wirtschaftens, gerechte soziale Verhältnisse, die Beteiligung von Kindern, Jugendlichen und Frauen an Entscheidungsprozessen nicht ohne neue Kompetenzen der Menschen und einen mentalen Wandel zu erreichen sein werden. Auf der Rio-Nachfolgekonferenz 2002 haben die Vereinten Nationen beschlossen, dass die Dekade zwischen 2005 und 2014 die Dekade der „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ sein soll. Nähere Informationen hierzu gibt es unter http://nachhaltigkeit.bildung.rlp.de.
Als Ökologische Schule engagieren wir uns im Sinne der „Agenda 21“ für eine „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Grundsätze der Agenda 21 sind an unserer Schule über das schuleigeneWahlpflichtfach „Ökologie“ sowie durch zahlreiche Umwelt-AGs verankert.
Hierzu zählen:
  • Ziegen- und Schafhaltung,
  • Streuobstwiesen,
  • Schulgarten,
  • Imkerei,
  • Schulweinberg,
  • Bachpatenschaft,
  • Waldlehrpfad und
  • Feuchtbiotop.
Durch die Arbeit in den Umwelt-AGs wird nachhaltiges Lernen gefördert, da die Schülerinnen und Schüler viele praktische Berührungspunkte zum Unterrichtsstoff haben und so das neu Gelernte effektiv mit dem bereits vorhandenen Wissen verknüpft werden kann. Auch hierbei spielt die Berufsorientierung eine Rolle. Durch die Arbeit in den AGs erhalten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in Berufe wie Imker, Schäfer, Tierpfleger, Landschaftspfleger, Winzer, Gärtner, Florist, Landwirt, Forstwirt, Kelterer etc.
Seit 1997 ist an unsere Schule zur Unterstützung der zahlreichen Umweltprojekte eine Einsatzstelle im freiwilligen ökologischen Jahr (FÖJ) vergeben. Diese Einsatzstelle wurde seit ihrem Bestehen wiederholt durch ehemalige Schülerinnen / Schüler besetzt, die sich auf diese Stelle beworben haben.




1995 startete die Ziegen- und Schafhaltung an unserer Schule. Derzeit leben bei uns 8 Schafe und 3 Lämmer (22.03.2017). Die Herde sorgt für die Freihaltung der sonst verwildernden Hänge und halten das Gras der Streuobstwiesen kurz. Versorgt werden die Tiere von insgesamt 42 Schülerinnen und Schülern. Diese sind verantwortlich für Pflege und Versorgung der Herde. Auch außerhalb der Unterrichtszeit und in den Ferien werden die notwendigen Dienste von den Jugendlichen organisiert. Sie lernen dabei, was man unter artgerechter Tierhaltung und regionaler Landschaftspflege versteht und entwickeln Verantwortungsbewusstsein und Respekt gegenüber den Nutztieren. Auch der ökonomische Aspekt findet Berücksichtigung: Beim Verkauf von Lämmern sowie bei der Ernte und Verarbeitung von Äpfeln in BIO-Qualität werden Gewinne erwirtschaftet und wieder in den „Betrieb“ investiert. So erschließen sich ganz anschaulich wirtschaftliche Zusammenhänge.
 
Unser Schulgarten wird biologisch bewirtschaftet. Das Team sät, pflanzt und erntet Getreide, Salat, Gemüse, Kräuter und Blumen – alles, was in unserer Region wächst. Auch die Zubereitung einfacher, frischer Speisen gehört zum Programm, das die Wertschätzung gesunder, saisonaler Produkte zum Ziel hat.
 
Besonders stolz sind wir auf unsere schuleigene Imkerei und die Produktion unseres schon mehrfach prämierten Schulhonigs. Bereits seit 1995 ist die Schulimkerei fester Bestandteil des Nachmittagangebotes an unserer Schule. Die AG wurde von dem Imker Herrn Jung aufgebaut und nach 10 Jahren durch den Imker Herrn Helmut Gras übernommen. Im Rahmen dieser Arbeitsgemeinschaft wird ein Bienenstand für 4 Bienenvölker betreut. Hierbei lernen die Schülerinnen und Schüler Wissenswertes über die Bienen und den Umgang mit ihnen. Sie pflegen die Bienenvölker, beobachten die Bienenentwicklung, bauen Rähmchen und andere benötigte Gerätschaften und halten diese instand. Natürlich ernten unsere Schülerinnen und Schüler auch den Honig und füllen ihn in Gläser ab, gießen Kerzen aus Bienenwachs und informieren andere über die Bienen und die Imkerei. 2006 nahmen wir erstmals an einer Honigprämierung teil. Unser Sommerhonig erreichte die höchstmögliche Punktzahl und wurde mit der „Goldenen Kammerpreismünze“ der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Durch diesen Erfolg angespornt nehmen wir seitdem regelmäßig mit großem Erfolg an den Prämierungen teil.
 
Seit 1987 bearbeiten Schüler und Lehrer den Schulweinberg. Auf einer Fläche von 10 Ar wachsen Rieslingreben. Im Wahlpflichtfach Ökologie lernen die Schüler in Theorie und Praxis alle Arbeiten vom Schneiden und Biegen im Frühjahr über Laub- und Bodenarbeit bis zur Weinlese. Im Herbst werden etwa 800 kg Trauben geerntet. Im Keller des Weinguts ‘Heilig Grab’ wird daraus ein fruchtiger Rieslingwein, der fast in jedem Jahr mit einer Kammerpreismünze ausgezeichnet wird. Probieren kann man unseren Schulwein u. a. bei der großen Probe der Stadt Boppard am Weinfest.
 
Bereits im Jahre 1982 übertrug die Stadt Boppard unserer Schule offiziell die Bachpatenschaft über den Bach des Bruder-Michel-Tales, der schon seit 1972 in Verbindung mit dem Waldlehrpfad unserer besonderen Obhut unterlag. Für diese kontinuierliche, langjährige Pflege erhielt unsere Schule im November 2003 den rheinland-pfälzischen Umweltpreis. Zu unseren  Aufgaben gehören das regelmäßige Beobachten des Baches, die Kontrolle des Bachlaufes hinsichtlich illegaler Einleitungen oder Müllablagerungen, bei Bedarf auch die Reinigung des Bachlaufes, die Pflege der Uferböschung, die Erfassung und Kartierung von Fauna und Flora, die Erhaltung des Ökosystems Bach in einem naturnahen Zustand sowie die Information und Aufklärung der Bevölkerung. Ziel der Bachpatenschaft ist es, das Verständnis für die ökologischen Zusammenhänge der Lebewesen am und im Bach wachsen zu lassen und ein Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt zu entwickeln.
 
Das etwa 18 m2 große Feuchtbiotop beherbergt eine mittlerweile nicht mehr überschaubare Anzahl an Goldfischen und anderen Teichlebewesen. Im Frühjahr lassen sich Laichballen von Grasfröschen beobachten. Die große Anzahl Kaulquappen wird durch die Goldfische jedoch drastisch reduziert. Eine große Seerose mit ihren imposanten weißen Blüten beherrscht das Erscheinungsbild von Frühjahr bis Herbst. Wir pflegen unser Feuchtbiotop, indem wir es von Verschmutzungen reinigen, den pflanzlichen Bewuchs bei Bedarf reduzieren und insbesondere in heißen Sommern auf den Wasserstand und die Wasserqualität achten. Genutzt wird unser Biotop für Lebendbeobachtungen an Wasserpflanzen und –tieren. Außerdem untersuchen wir mit Hilfe unserer Mikroskope die tierischen und pflanzlichen Kleinstlebewesen.
 

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